GROWTH MINDSET

Vom Müssen zum Wollen

bildungsSPIRIT ist Praxispartner für Schulen, die Lernverantwortung, Lernzuversicht und eine lernbegleitende Lehrendenrolle stärken möchten. Mit Growth Mindset als fachlichem Fundament und konkreten Werkzeugen für Unterricht und Kollegium.

Wir verbinden Growth-Mindset mit einer veränderten pädagogischen Haltung. Lehrkräfte gestalten Lernen so, dass Schülerinnen und Schüler Vertrauen gewinnen, Verantwortung übernehmen und Entwicklungsmöglichkeiten ihrer eigenen Lernprozesse erleben.

Leitidee:

Vom persönlichen Werkzeug zur gemeinsamen Erprobung: Alle Lehrkräfte nehmen konkrete Praxisimpulse mit. Teams oder Steuergruppen bündeln daraus einen machbaren nächsten Entwicklungsschritt.

Worum es geht:

  • Schüler:innen fehlt es oft an Vertrauen in die eignenen Entwicklungsmöglichkeiten.
  • Lehrkräfte suchen Wege, wirksam zu bleiben, ohne „noch mehr“ leisten zu müssen.
  • Kollegien brauchen gemeinsame Sprache, konkrete Routinen und realistische nächste Schritte.
  • Growth Mindset als Zugang zu Haltung, Sprache und Lernkultur.

Was Schulen erwarten können:

  • eine gemeinsame Sprache für Lernkultur, Lernverantwortung und Lernzuversicht
  • praxisnahe Werkzeuge für Sprache, Feedback, Reflexion und Zielarbeit
  • entlastende Perspektiven für Lehrkräfte: Lernbedingungen gestalten statt Motivation erzwingen
  • einen kleinen, realistischen Erprobungsschritt für Unterricht, Team oder Kollegium

Besonders passend für:

  • Schulen, die Lernkultur und Rolle der Lehrkraft weiterentwickeln möchten
  • Kollegien, die Schüler:innen wieder stärker ins Lernen bringen wollen
  • Startchancen-Schulen, die Lernmotivation und Basiskompetenzen stärken möchten

Drei Einstiege, je nach Ziel der Schule:

Die Formate sind bewusst als Treppe gedacht: sensibilisieren, vertiefen oder einen konkreten Entwicklungsschritt vorbereiten.

1. Impuls (90 Minuten) · Sensibilisieren
Für Konferenzen, Netzwerktreffen, Fortbildungsreihen oder als niedrigschwelliger Einstieg.
Ergebnis: gemeinsamer erster Blick auf Lernverantwortung, Lernzuversicht und Growth Mindset.

2. Praxisworkshop (halber Tag) · Vertiefen & ausprobieren
Für Teilkollegien, Jahrgangs-, Fach- oder Bildungsgangteams.
Ergebnis: konkrete Sprach-, Feedback- und Reflexionsimpulse für den Unterricht.

3. Pädagogischer Tag (ganzer Tag) · Entwicklungsschritt vorbereiten
Für Gesamtkollegien, die Lernkultur und Lernbegleitung verbindlicher angehen möchten.
Ergebnis: gemeinsame Sprache, Praxiswerkzeuge und ein realistischer Erprobungsschritt.

Themenschwerpunkte

Workshop 1A:
Die 3-Schritt-Feedback-Formel – Fortschritt sichtbar machen

Lernende geben auf, weil sie ihre eigenen Fortschritte nicht erkennen. Feedback, das als Endbewertung gemeint ist, statt als Lernhaltungs-Impuls, verstärkt genau diese Resignation – trotz bester Absichten.

Im Workshop: Lehrkräfte trainieren die Drei-Schritt-Formel: Was wurde konkret getan (Strategiefokus) – welcher Effekt entstand dadurch – welcher nächste Schritt folgt daraus (Feed-Forward). Im Zentrum steht die bewusste Abgrenzung zum „Personenlob“ („Du bist talentiert“), das Erfolg auf unveränderliche Eigenschaften zurückführt und damit eine starre Lernhaltung verfestigt.

Ihr Gewinn: Eine Feedback-Sprache, die Fortschritt sichtbar macht statt zu zementieren. Lehrkräfte verlassen den Workshop mit einer Formulierung, die sie sofort im nächsten Unterricht anwenden können – und Lernende spüren den Unterschied unmittelbar.

Workshop 1B:
Das Mindset-Kontinuum – weg von der „Schubladen-Pädagogik“

Hat eine Schülerin ein Growth Mindset oder ein Fixed Mindset? Diese binäre Frage ist häufig – und genau sie blockiert in vielen Kollegien einen differenzierten Blick auf Lernende.

Im Workshop: Der Workshop vermittelt das Modell des Mindset-Kontinuums nach James Anderson: Lernhaltungen als dynamisches Spektrum von Ignoranz/Unvermögen bis Authentic Growth. Lehrkräfte trainieren die situative Diagnose – dieselbe Schülerin kann im Praktikum „gestaltend“ agieren und in Mathe „blockiert“ sein – und lernen, diese Position als Momentaufnahme zu lesen, nicht als Etikett.

Ihr Gewinn: Eine professionelle Haltung, die Etikettierung durch Diagnose ersetzt. Ihre Lehrkräfte gewinnen die Fähigkeit, Lernhaltungen präzise einzuschätzen – und gezielt Impulse zu setzen, statt Jugendliche in Schubladen festzuschreiben.

Workshop 2A:
Die 4 Quellen der Selbstwirksamkeit aktivieren

Selbstwirksamkeit kommt nicht durch Apelle – sie muss erfahren werden. Wer das vergisst, erklärt Jugendlichen, dass sie an sich glauben sollen, ohne ihnen die Erfahrungen zu geben, aus denen dieser Glaube entstehen könnte.

Im Workshop: Auf Basis von Albert Bandura erarbeiten Lehrkräfte die praktische Umsetzung der vier Selbstwirksamkeitsquellen: eigene Erfolgserlebnisse (Aufgaben in der Lernzone – 70 % Bekanntes, 30 % Herausforderung), stellvertretende Erfahrungen durch Vorbilder aus ähnlichen Lebenslagen, prozessorientierte verbale Ermutigung und Stressreduktion durch Umdeutung und psychologische Sicherheit.

Ihr Gewinn: Ein konkretes Handwerkszeug, um Jugendliche aus der „erlernten Hilflosigkeit“ zu echter Handlungsfähigkeit zu führen. Lehrkräfte gestalten Unterricht so, dass Selbstwirksamkeit entstehen kann – statt sie zu erhoffen.

Workshop 2B:
Vom Passagier zur Expertin – Werkzeuge für echte Learner Agency

Solange Schülerinnen und Schüler sich als „Sachbearbeiter von Arbeitsblättern“ erleben, bleibt jede Motivationsstrategie aufgepfropft. Verantwortung entsteht erst, wenn sie ihr eigenes Lernen lesen können.

Im Workshop: Der Workshop führt Instrumente zur Selbstdiagnose auf Basis der 4K-Kompetenzen ein: „Was beherrsche ich gut? Wo brauche ich Hilfe? Welche Beweise habe ich für mein Können?“ Ergänzend trainieren Lehrkräfte die Arbeit mit Charakterstärken (VIA-Modell), um individuelle Ressourcen der Jugendlichen für den Lernalltag nutzbar zu machen.

Ihr Gewinn: Echte Handlungsfähigkeit (Agency) im Unterricht. Ihre Lernenden übernehmen Verantwortung für ihre Fortschritte – das entlastet Lehrkräfte spürbar und lässt intrinsische Motivation wachsen, wo vorher Verweigerung war.

Workshop 3A:
Reframing – Schulmüdigkeit als Schutzstrategie dekodieren

Was wie Verweigerung aussieht, ist oft hochfunktionaler Selbstschutz. Wer Schulmüdigkeit nur als Faulheit liest, verliert den Zugang zu genau den Jugendlichen, die ihn am dringendsten bräuchten.

Im Workshop: Lehrkräfte lernen, abschaltende Verhaltensmuster als gelernte Reaktion auf chronisches Misserfolgsfeedback zu lesen. Anhand des Fallbeispiels „Alex“ identifizieren sie „Negative Mindset Mover“ im eigenen Unterricht – abwertende Kommentare, rein ergebnisorientierte Noten, Routinen, die Resignation züchten – und entwickeln konkrete Gegenstrategien für den Schulalltag.

Ihr Gewinn: Ein professioneller Perspektivwechsel, der die Beziehungsebene zu den „schwierigen“ Jugendlichen stabilisiert und kognitive Ressourcen wieder öffnet. Lehrkräfte verlassen den Workshop mit einer veränderten Diagnose-Brille – und das verändert den Unterricht messbar.

Workshop 3B:
Motivations-Architektur – Selbstbestimmung trifft Schlafhygiene

Motivation ist kein Charakterzug, sondern eine Architektur. Wer die Statik nicht kennt, baut auf Sand – und wundert sich, warum die Klasse trotz guter Methoden nicht in Bewegung kommt.

Im Workshop: Der Workshop verbindet die Selbstbestimmungstheorie (SDT) nach Deci & Ryan mit aktuellen Erkenntnissen aus der Schlafforschung. Lehrkräfte erarbeiten, wie Autonomie, Kompetenzerleben und soziale Eingebundenheit konkret im Unterricht verankert werden – und warum Bildschirmzeit, Melatonin-Suppression und chronischer Schlafmangel oft hinter dem stecken, was als „fehlende Lernbereitschaft“ interpretiert wird.

Ihr Gewinn: Sie schaffen die biologischen und psychologischen Voraussetzungen für Lernzuversicht. Statt gegen unsichtbare Widerstände anzukämpfen, gestalten Ihre Lehrkräfte einen Rahmen, in dem Motivation überhaupt erst entstehen kann.

Workshop 4A:
Die Haltung der Lehrkraft – das „Betriebssystem“ der Lernbegleitung

Schülerinnen und Schüler lesen nicht die Slogans an der Wand – sie lesen die Haltung der Lehrkraft. Wer Growth-Mindset-Methoden nutzt, aber innerlich noch im Fixed Mindset denkt, wird von schulmüden Jugendlichen sofort entlarvt.

Im Workshop: Dieser Selbstdiagnose-Workshop ist angelegt als Reflexionsraum. Im Zentrum steht der BAE-Zyklus (Beliefs – Actions – Experiences): Wie prägen meine Überzeugungen mein Handeln – und welche Erfahrungen schaffe ich damit für meine Schülerinnen und Schüler? Lehrkräfte analysieren ihre Haltung und Ausstrahlung in vier kritischen (Berufs-)Alltagsmomenten (eigener Fehler, Resignation eines Schülers, Zeitdruck, Kritik von außen) und starten einen Vier-Wochen-Plan zur eigenen Haltungsentwicklung.

Ihr Gewinn: Authentische Lernzuversicht – nicht aufgesetzt, sondern verkörpert. Ihre Lehrkräfte werden zu glaubwürdigen Vorbildern, an denen sich auch die schwierigsten Jugendlichen orientieren können. Das stabilisiert die pädagogische Beziehung nachhaltig.

Workshop 4B:
Die Anderson-Fehlertypologie – Fehler als präzise Datenquelle

„Fehler sind Helfer“ – dieser pädagogische Reflex greift zu kurz. Nicht jeder Fehler ist ein Lernfortschritt; manche sind Flüchtigkeit, manche entstehen unter unnötigem Druck. Wer nicht unterscheiden kann, verpasst die wertvollen.

Im Workshop: Basierend auf der Forschung von James Anderson lernen Lehrkräfte, Fehler als präzise „Wegweiser“ zu dekodieren: Sloppy Mistakes (Flüchtigkeit), High-Stakes Mistakes (vermeidbarer Druck) und die wertvollen Stretch Mistakes (produktive Überforderung in der Lernzone). Sie trainieren, Aufgaben gezielt so zu konstruieren, dass Stretch Mistakes wahrscheinlich werden – und führen die „Fix It“-Phase ein, in der Schülerinnen und Schüler aus Fehlern systematisch neue Strategien ableiten.

Ihr Gewinn: Ihre Lehrkräfte lernen, den Unterricht von der „Fehlersuche“ zum „Qualitätenfinden“ zu transformieren. Schülerinnen und Schüler verlieren die lähmende Angst vor dem Scheitern und gewinnen eine konstruktive Einstellung zum eigenen Lernen.

Workshop 5A:
Die didaktischen Schieberegler – zwischen Führung und Freiheit

Eigenverantwortung ist kein Schalter, den man umlegt. Wer Lernende zu früh ins kalte Wasser wirft, produziert Frustration; wer sie zu lange an der Hand hält, produziert Abhängigkeit. Es braucht ein feinjustierbares Instrument.

Im Workshop: Lehrkräfte lernen das Instrument der didaktischen Schieberegler kennen und arbeiten mit drei Kernreglern: so viel Vertrauen und Freiheit wie möglich – so viel Kontrolle und Struktur wie nötig; offene Projektarbeit versus kleinschrittige Übungen; Peer-Feedback versus Lehrer-Feedback. Anhand eigener Unterrichtsbeispiele justieren sie die Regler situativ und für unterschiedliche Lerngruppen.

Ihr Gewinn: Ein konkretes Steuerungsinstrument für differenzierten Unterricht. Ihre Lehrkräfte führen Lernende schrittweise aus der Komfortzone in echte Selbstorganisation – ohne sie zu überfordern und ohne sie zu unterfordern.

Workshop 5B:
Agilität durch Retrospektiven & kritisches Denken

In einer sich ständig verändernden Welt gewinnen Reflexion und kritisches Denken zunehmend an Bedeutung. Schulen haben die Chance, Lernräume zu gestalten, die genau diese Fähigkeiten stärken und junge Menschen gut auf zukünftige Herausforderungen vorbereiten.

Im Workshop: Der Workshop vermittelt Methoden des agilen Lernens. Lehrkräfte setzen Retrospektiven-Techniken wie „Start-Stop-Continue“ oder „Grow and Glow“ ein, um Lernprozesse mit den Schülerinnen und Schülern gemeinsam zu steuern. Ergänzend trainieren sie Techniken der Kontextualisierung und das „Manifest des langsamen Denkens“: Fragen vor Antworten, Beobachten vor Bewerten.

Ihr Gewinn: Ihre Lernenden entwickeln Agency – die Macht, ihr eigenes Lernen und ihre Zukunft aktiv zu gestalten. Future Skills entstehen nicht durch durch Routinen – und genau diese verankern Ihre Lehrkräfte im Unterricht.

Kontakt

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