MOODLE & H5P
Digitale Lernräume, die Orientierung geben und alle erreichen
Viele Moodle-Kurse sind über die Jahre zu Ablagen gewachsen: lange Listen mit PDFs, in denen sich nur zurechtfindet, wer den Unterricht ohnehin verstanden hat. In unseren Workshops baust du daraus Lernwege, auf denen Lernende jederzeit sehen, was als Nächstes dran ist und wie weit sie schon gekommen sind.
Die fünf Themenschwerpunkte reichen von Kursstruktur und sichtbarem Fortschritt über diklusive H5P-Inhalte und barrierearme Kurse bis zu Moodlehax mit KI und zur Lernplattform in der Berufsvorbereitung. Für den Einstieg in H5P braucht es nicht einmal eine eigene Lernplattform: Mit den ZUM-Apps kannst du sofort loslegen.
Themenschwerpunkte
1. Moodle als Lernraum: Orientierung & Fortschritt
Workshop 1A:
Vom Dateigrab zum Lernpfad: Kurse, die von selbst führen
Die meisten Moodle-Kurse sind Ablagen: eine lange Liste von PDFs, chronologisch gewachsen, für Außenstehende unlesbar. Wer sich zurechtfindet, hat den Unterricht ohnehin verstanden. Wer Orientierung bräuchte, verliert sie hier zuerst. Nicht die Plattform scheitert, sondern die Struktur.
Im Workshop: Die Lehrkräfte bauen einen eigenen Kurs vom Ablage- zum Lernpfad-Prinzip um. Im Zentrum stehen die Entscheidungen vor der Technik: Woran erkennt eine Schülerin, was als Nächstes dran ist? Was ist Pflicht, was Vertiefung? Sie arbeiten mit Kursformaten, sprechenden Abschnitten, Textfeldern zur Orientierung und einer konsequenten Benennungslogik und prüfen ihren Kurs am Ende aus der Perspektive derer, die ihn zum ersten Mal öffnen.
Ihr Gewinn: Kurse, die Orientierung geben, statt sie vorauszusetzen, und dadurch spürbar weniger Rückfragen im Unterricht. Ihre Lehrkräfte nehmen ein Strukturprinzip mit, das sich auf jeden weiteren Kurs übertragen lässt, unabhängig von Fach und Jahrgang.
Workshop 1B:
„Wo stehe ich?“ Aktivitäten und sichtbarer Fortschritt
Auf die wichtigste Frage der Lernenden gibt ein durchschnittlicher Moodle-Kurs keine Antwort. Gerade Jugendliche, die ihre Fortschritte ohnehin schlecht erkennen, sehen nur eine Liste, die nicht kürzer wird. Dabei bringt die Plattform genau dafür Werkzeuge mit: installiert, bezahlt, kaum aktiviert.
Im Workshop: Die Lehrkräfte richten die Aktivitäten und Funktionen ein, die aus einem Kurs einen nachvollziehbaren Lernweg machen: Aufgabe mit strukturiertem Feedback, Test zur Selbstüberprüfung, Feedback- und Abstimmungsmodul für Stimmungsbilder. Darüber legen sie Abschlussverfolgung, Fortschrittsanzeige, Badges und Voraussetzungen. Im Zentrum steht die didaktische Kalibrierung: Was gilt als „erledigt“, Abgabe oder Ergebnis? Wo motiviert eine Rückmeldung, wo erzeugt sie Druck? Wo öffnet eine bedingte Freigabe einen Pfad, und wo sperrt sie Lernende aus?
Ihr Gewinn: Lernende, die ihren eigenen Fortschritt sehen, statt ihn zu vermuten. Das ist die Voraussetzung dafür, dass Anstrengung überhaupt als wirksam erlebt wird. Ihre Lehrkräfte gewinnen zugleich einen Überblick über den Stand der Lerngruppe, ohne jede Abgabe einzeln nachzuhalten.
2. H5P & Diklusion: interaktive Inhalte für heterogene Lerngruppen
Workshop 2A:
Multisensorische Zugänge in H5P: mehr Sinne, mehr Zugänge
H5P gilt vielen als Quiz-Werkzeug: Multiple Choice, ein paar Lückentexte, fertig. Damit bleibt das Eigentliche ungenutzt: Inhalte, die Text, Bild, Ton und Handlung verbinden und dadurch Zugänge schaffen, wo Schrift allein eine Hürde ist. Die Frage ist nicht, welcher Inhaltstyp der schönste ist, sondern welcher welche Barriere abbaut.
Im Workshop: Die Lehrkräfte lernen die Inhaltstypen kennen, die sich für mehrkanalige, diklusive Zugänge besonders eignen (Image Hotspot, Drag & Drop, Find Multiple Hotspots, Dialog Cards, Memory), und arbeiten mit einer H5P-Matrix, die auf einen Blick zeigt, welcher Typ Text, Bild, Audio und Video unterstützt. Didaktisch fundiert wird das über Erkenntnisse zu Gedächtnisbildung und multimodalen Instruktionen (enaktiv, ikonisch, symbolisch), ausdrücklich in Abgrenzung zur widerlegten Lerntyp-Theorie. Im Praxisteil entstehen eigene Inhalte, gezielt für eine konkrete Lerngruppe.
Ihr Gewinn: Ihre Lehrkräfte wählen Inhaltstypen künftig begründet statt nach Gewohnheit und gestalten Material, das mehrere Zugänge gleichzeitig öffnet, ohne dass dafür getrennte Fassungen nötig wären. Interaktivität wird vom Effekt zum didaktischen Mittel.
Workshop 2B:
Interaktiv ohne eigene Plattform: loslegen mit den ZUM-Apps
Der häufigste Grund, H5P nicht auszuprobieren, ist der Zugang: kein Moodle, keine Rechte, keine Zeit, sich durch eine Administration zu arbeiten. So bleibt ein niedrigschwelliges Werkzeug hinter einer Hürde liegen, die mit dem Werkzeug selbst nichts zu tun hat.
Im Workshop: Die ZUM-Apps (apps.zum.de) stellen H5P kostenfrei bereit: erstellen, speichern, teilen, ganz ohne eigene Lernplattform. Die Lehrkräfte legen einen Zugang an und bauen hands-on ihre ersten eigenen Übungen mit gut beherrschbaren Inhaltstypen: Mark the Words, Find the Words, Single Choice Set, Image Hotspot, Drag & Drop, Interaktives Video. Ebenso wichtig ist der zweite Weg: Aus dem über 20.000 Apps umfassenden, offen lizenzierten Bestand der Community wird nachgenutzt und remixt, statt bei null anzufangen. Zum Schluss binden alle ihre Übung dort ein, wo sie gebraucht wird, per Link oder Einbettung in Kurs, Website oder Padlet.
Ihr Gewinn: Ein Einstieg ohne Voraussetzungen außer einem Laptop, mit einer eigenen, fertigen Übung und einem Zugang zu einem riesigen OER-Fundus. Ihre Lehrkräfte können ab dem nächsten Tag interaktiv arbeiten, unabhängig davon, wie weit die Plattform an Ihrer Schule ist, und geben ihrerseits etwas in den Bestand zurück.
3. Barrierearmes Moodle: Zugang von Anfang an
Workshop 3A:
Barrieren, die niemand bauen wollte: der barrierearme Kurs
Digitale Kurse bauen Hürden ein, die niemand beabsichtigt: das eingescannte Arbeitsblatt, das keine Vorlesefunktion lesen kann, Überschriften, die nur fett formatiert sind, Bilder ohne Beschreibung, Farbe als einziger Bedeutungsträger. Wer darauf angewiesen ist, bleibt außen vor. Die wenigsten wissen, dass es an der Form liegt, nicht am Inhalt.
Im Workshop: Die Lehrkräfte lernen die wenigen Prinzipien kennen, die einen Moodle-Kurs für möglichst viele zugänglich machen: echte Überschriftenebenen statt optischer Hervorhebung, ausreichender Kontrast, Alternativtexte, durchsuchbare statt gescannte Dokumente, Bedienbarkeit ohne Maus. Anhand einer kurzen Checkliste prüfen und überarbeiten sie einen eigenen Kurs und ordnen ein, welche Anforderungen sich aus den geltenden Standards für öffentliche Stellen ergeben.
Ihr Gewinn: Kurse, die von vornherein mehr Lernende erreichen: lesbar für Vorleseprogramme, klar bei Seh- oder Höreinschränkung, übersichtlich für alle. Barrierearmut wird vom nachträglichen Sonderaufwand zur Gewohnheit beim Erstellen, und Ihre Schule bewegt sich dabei auf sicherem Boden.
Workshop 3B:
Interaktiv und trotzdem zugänglich: H5P barrierearm denken
Ausgerechnet interaktive Inhalte können neue Barrieren schaffen: Aufgaben, die nur mit der Maus lösbar sind, Videos ohne Untertitel, Farbzuordnungen, die ohne Farbsehen nicht funktionieren. Was für die einen Aktivierung ist, wird für die anderen zur Ausschlussmechanik, meist unbemerkt, weil es auf dem Lehrer-Laptop einwandfrei aussieht.
Im Workshop: Die Lehrkräfte prüfen die gängigen H5P-Inhaltstypen auf ihre Zugänglichkeit: Welche sind tastaturbedienbar, welche screenreader-tauglich, wo braucht es eine Alternative? Sie ergänzen Untertitel und Textalternativen, gestalten Aufgaben so, dass sie nicht allein von Farbe oder Feinmotorik abhängen, und entwickeln für kritische Typen einen zweiten Zugangsweg. Leitend ist das Prinzip des universellen Designs: Was für einzelne nötig ist, ist für alle besser.
Ihr Gewinn: Interaktive Materialien, die halten, was sie versprechen: Aktivierung für die ganze Lerngruppe statt für die Mehrheit. Ihre Lehrkräfte können begründen, warum sie einen Inhaltstyp wählen, und erkennen selbst, wann eine Alternative nötig ist.
4. Moodlehax & KI-Werkstatt: bauen, was die Plattform nicht mitliefert
Workshop 4A:
Vibe-Coding für Moodle: mit KI gestalten, was Moodle nicht kann
Moodle sieht aus wie Moodle: graue Listen, endloses Scrollen, kein visueller Anker. Das ist kein Schönheitsproblem. Eine Oberfläche, die nichts hervorhebt, überlässt die Orientierung ganz den Lernenden. Wer glaubt, dagegen helfe nur ein Administrationsrecht oder ein Informatikstudium, arbeitet mit dem Wissensstand von vorgestern.
Im Workshop: Die Lehrkräfte starten mit der erprobten Moodlehax-Sammlung: Hinweiskarten, Info- und Warnboxen, Buttons, Spalten, Kacheln als HTML- und CSS-Snippets für den Texteditor, ohne Administrationsrechte. Dann übernimmt die KI: Snippets werden per Beschreibung angepasst, kombiniert und neu erzeugt, bis hin zu kleinen eigenen Werkzeugen für den Kurs (ein Sortierspiel, ein Rechner, eine interaktive Grafik). Trainiert wird der Arbeitsrhythmus des Vibe-Codings: präzise beschreiben, einbauen, testen, nachschärfen. Ebenso klar benannt werden die Leitplanken: keine Schülerdaten, kein Blindvertrauen in generierten Code, Prüfung auf Barrierefreiheit und Wartbarkeit sowie die Frage, wann Gestaltung Orientierung schafft und wann sie nur ablenkt.
Ihr Gewinn: Ihre Lehrkräfte gestalten Kurse, die Struktur sichtbar machen, und bauen kleine Werkzeuge selbst, ohne Wartezeit auf die IT und ohne Programmierkenntnisse. Aus „das geht in Moodle nicht“ wird „das probieren wir aus“, und die Ergebnisse bleiben als offene Bausteine im Kollegium.
Workshop 4B:
H5P im Akkord: Inhalte, Bilder und Stimmen mit KI erzeugen
Der eigentliche Bremsklotz bei interaktiven Materialien ist nie die Technik, sondern der Aufwand: Wer schreibt neben dem Alltag zwanzig gute Distraktoren, sucht lizenzfreie Bilder und spricht Audios ein? So bleibt es bei der einen Übung, die seit drei Jahren im Kurs liegt.
Im Workshop: Die Lehrkräfte erzeugen die Bausteine ihrer H5P-Inhalte mit KI-Werkzeugen: Aufgabentexte und Distraktoren, passende Bilder, vorgelesene Audiospuren, Untertitel. Daraus setzen sie fertige Inhaltstypen zusammen. Ein zweiter Schwerpunkt ist die Serienproduktion: dieselbe Übung in drei Niveaustufen oder sprachlich vereinfacht, in Minuten statt Stunden. Genauso viel Raum bekommt die Qualitätskontrolle, denn hier entscheidet sich alles: fachliche Richtigkeit prüfen, plausible von unbrauchbaren Distraktoren unterscheiden, Verzerrungen in generierten Bildern erkennen, Lizenz- und Kennzeichnungsfragen klären.
Ihr Gewinn: Material entsteht in der Menge, die Differenzierung tatsächlich braucht, ohne dass Ihre Lehrkräfte die Qualität aus der Hand geben. Interaktive Inhalte hören auf, ein Sonderprojekt für Technikaffine zu sein, und werden zur normalen Vorbereitung.
5. Moodle & H5P in der Berufsvorbereitung
Workshop 5A:
Ein verlässlicher Ort: die Lernplattform in der Berufsvorbereitung
In der Berufsvorbereitung sitzen Jugendliche mit gebrochenen Bildungsbiografien, unregelmäßiger Anwesenheit und wenig Zutrauen in das eigene Können. Eine Lernplattform kann hier zweierlei sein: die nächste Hürde, an der man scheitert, oder der eine Ort, an dem immer nachvollziehbar ist, was gerade zu tun ist.
Im Workshop: Die Lehrkräfte entwickeln einen Kurszuschnitt für genau diese Lerngruppe: wenige, immer gleiche Elemente statt Funktionsvielfalt, kurze Einheiten, sprachlich reduzierte Aufgabenstellungen, verlässliche Wiederkehr. Sie erarbeiten, wie sich Fehlzeiten auffangen lassen, ohne dass Lernende den Anschluss verlieren, und wie die Plattform auf dem Smartphone funktioniert, weil dort die Realität stattfindet. Grundlage sind typische Situationen aus AV-Dual.
Ihr Gewinn: Ein Kursmodell, das mit unregelmäßiger Teilnahme umgehen kann, statt daran zu scheitern, und das Jugendlichen einen Wiedereinstieg ermöglicht, ohne dass jemand nachrecherchieren muss. Ihre Lehrkräfte entlasten damit vor allem die Übergänge, an denen sonst am meisten verloren geht.
Workshop 5B:
Kleine Erfolge, sofort sichtbar: H5P als Übungsformat für Schulmüde
Wer über Jahre vor allem Misserfolge gesammelt hat, gibt vor dem Ergebnis auf. Eine Korrektur, die eine Woche später zurückkommt, erreicht diese Jugendlichen gar nicht mehr. Rückmeldung wirkt nur, wenn sie im Moment des Tuns kommt.
Im Workshop: Die Lehrkräfte bauen kurze H5P-Übungen, die unmittelbar rückmelden, beliebig oft wiederholbar sind und ohne fremden Blick funktionieren: Der Fehler bleibt zwischen der Aufgabe und der Person. Sie kalibrieren den Schwierigkeitsgrad bewusst auf die Lernzone: genug Bekanntes für den Einstieg, genug Herausforderung für einen echten Erfolg. Zur Sprache kommt ebenso, wo automatisiertes Feedback an seine Grenze stößt und die Lehrkraft unersetzlich bleibt.
Ihr Gewinn: Übungsformate, bei denen Jugendliche dranbleiben, weil sie den eigenen Fortschritt sofort sehen, und damit Erfolgserlebnisse statt der gewohnten Bestätigung des Scheiterns. Ihre Lehrkräfte gewinnen Material, das auch dann trägt, wenn sie gerade an einem anderen Tisch gebraucht werden.
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