#edunautika 2026 – Zwischen Wiederkommen und Weiterdenken
Lesezeit: ca. 6-7 Minuten – Wörter: 1.334 Meine letzte #edunautika ist schon einige Jahre her. Damals blieb bei mir ein Gefühl zwischen Überforderung und Distanz. Vieles war spannend, aber zu oft zu weit weg vom Kern von Unterricht. Viele externe Angebote, viel Inspiration – und für meinen Alltag zu wenig Tiefe. Und trotzdem war ich wieder da – diesmal nicht nur als Teilnehmer, sondern auch, um selbst etwas einzubringen. Mit www.bildungsspirit.de arbeiten wir genau an diesem Kern. Der Widerspruch war mir klar: Ich hatte solche Angebote kritisiert – und war nun selbst Teil davon. Ich habe ihn bewusst ausgehalten, weil ich von unserer Idee überzeugt bin und sie als anschlussfähig an Unterricht erlebe. Begegnung vor dem Start Eigentlich begann meine #edunautika schon am Vorabend beim Meet and Greet. Man trifft bekannte und neue Gesichter, kommt ins Gespräch, ohne große Vorrede. Mit Falk habe ich an einen freien Tisch gesetzt und umgehend Sanna – eine der Gründerinnen hiter der veridu-App kennengelernt – kennengelernt. Schnell wurde klar, dass wir an ähnlichen Fragen arbeiten. Mit https://veridu.org wird genau dort angesetzt, wo im Alltag oft etwas fehlt: kurze, direkt einsetzbare Impulse zu Selbstregulation, Umgang mit Stress und emotionaler Stabilität in der Klasse, die Lehrkräfte ohne großen Aufwand in ihren Unterricht integrieren können. Aus diesem ersten Gespräch ist mehr geworden als ein netter Austausch: ein Weiterdenken, eine Verabredung, ein nächster Schritt. Schon hier wurde für mich spürbar, dass diese #edunautika anders werden könnte. Einstieg: Anbieter im Geschehen Am Samstag verdichtet sich das. Bei den Sessionvorstellungen wird schnell klar, wie vertraut sich vieles anfühlt – und wie offen es gleichzeitig bleibt. Wir sitzen vorne und sind direkt die Ersten, die ihre Session vorstellen. Kurz danach stehen wir selbst im Raum und geben unsere Session „Schulmüdigkeit mit Growth Mindset begegnen“ gemeinsam mit Falk. Wir stellen unsere Idee, die Plattform, die Tools und Games vor – nicht als fertiges Produkt, sondern als Einladung zum Austausch. Die Rückmeldungen sind entsprechend: keine höfliche Zustimmung, sondern Nachfragen, Erfahrungen, Anschluss. Für mich ist das der Moment, in dem klar wird, dass unsere Arbeit Resonanz findet – nicht, weil sie perfekt ist, sondern weil sie in der Praxis andockt. Gleichzeitig wird sehr konkret, was diese Form mit sich bringt: Die Auswahl ist groß – sehr groß – und Verpassen gehört dazu. Dass wir uns mit bildungssprit und veridu gegenseitig in den Sessions besuchen, scheitert schlicht daran, dass wir im gleichen ersten Slot liegen. Dieses gleichzeitige Drinsein und Verpassen begleitet den ganzen Tag. Bestätigung im Tun In der nächsten Session „Moodle mit KI pimpen“ von der Mathefachschaft der Winterhuder Reformschule geht es zunächst darum, wie sie Chatbots und gezielte Prompts nutzen, um ihre Kurse optisch und strukturell weiterzuentwickeln. Ausgehend von diesen konkreten Anwendungen entsteht im Verlauf der Session eine weiterführende didaktische Auseinandersetzung. Sobald Inhalte sichtbar werden, werden auch Entscheidungen sichtbar: Wie strukturieren wir Lernen, wie viel Orientierung geben wir und wie viel Offenheit lassen wir zu? Dahinter stehen immer konkrete Vorstellungen davon, wie Unterricht funktionieren soll. Für mich ist das kein völlig neuer Impuls, sondern eine Bestätigung meiner bisherigen Erfahrungen. Ich habe ähnliche Prozesse bereits erlebt: Technische Fragen führen schnell zu fachlichen und didaktischen Diskussionen und zwingen Fachschaften dazu, sich über ihren Unterricht zu verständigen. Gleichzeitig bleibt der Eindruck, dass parallel andere Sessions laufen, die für mich genauso relevant gewesen wären. Dazu gehört für mich auch die Session „Schule gegen Extremismus – Grenzen ziehen & Demokratie stärken“ von Regina Schulz. Aus den Gesprächen danach wird deutlich, wie konkret dort gearbeitet wurde: Wie gehen Schulen mit rechtsextremen Vorfällen um? Wo beginnt Normalisierung? Und vor allem: Wie wird aus Haltung tatsächliches Handeln im Schulalltag? Genau diese Verbindung aus persönlicher Betroffenheit, klarer Positionierung und konkreten Handlungsschritten hätte mich in der Session interessiert. Zwischen Material und Lernen Am Nachmittag verschiebt sich der Blick noch einmal. In der Session „Kuratierte Bildungsmedien im KI-Zeitalter? Überflüssig oder wichtiger?“ von Thomas Spahn – Geschäftsführer des Friedrich Verlags – geht es im Kern um Orientierung. Aus dieser Perspektive stellt sich die Frage noch einmal anders: Welche Rolle spielen Verlage eigentlich noch, wenn Inhalte jederzeit generiert werden können? Und welche Verantwortung haben sie dann in Bezug auf Qualität, Auswahl und Einordnung? Für mich knüpft das direkt an meine eigene Praxis an. Die Frage ist nicht mehr, ob Material vorhanden ist, sondern welches Material sinnvoll ist, wie es eingeordnet wird und wie daraus Lernprozesse entstehen können. Kuratieren wird damit zu einer pädagogischen Aufgabe. Gleichzeitig wird die Rolle von Verlagen weiter gefasst betrachtet: Können sie neben klassischen Materialien auch kuratierte, themenspezifische Chatbots bereitstellen oder als Vermittlerinnen von Expertinnen in die Bildungslandschaft wirken? Mit Blick auf die Beteiligung von Jöran wird zudem die Frage nach der Anschlussfähigkeit an OER deutlich: Wie lassen sich solche Ansätze mit offenen Bildungsressourcen verbinden und weiterentwick Und gleichzeitig laufen andere Themen mit, die ich nicht einfach ausblenden kann. Dazu gehören z. B. die Session „Reflexion individueller Ziele – digital gestützt“ von Lukas Berger, bei der mich neben dem inhaltlichen Ansatz auch die Frage interessiert hätte, welche Erfahrungen er mit der Entwicklung und Veröffentlichung seiner App gemacht hat, oder „Stärken von ADHS in der Schule nutzen“, weil ich merke, dass mir in diesem Bereich noch Grundlagen fehlen. Ein unerwarteter Abschluss Die letzte Session „Nervensystem im Klassenraum“ von Tim Weyrauch verschiebt meine Erwartung deutlich. Ich gehe hinein mit dem Gedanken an Klassenraumdynamik, an Atmosphäre und an das Zusammenspiel von Menschen im Unterricht. Stattdessen geht es um Selbstregulation und den eigenen Umgang mit Stress. Im ersten Moment wirkt das wie ein Themenwechsel. Es geht weniger um Unterricht im engeren Sinne und mehr um die eigene Rolle darin: wie ich reagiere, wie ich mit Druck umgehe und was ich überhaupt wahrnehme. Rückblickend ist das ein passender Abschluss. Nach einem dichten Tag verschiebt sich der Fokus vom Außen nach Innen. Es geht weniger darum, noch etwas mitzunehmen, sondern darum, das Erlebte zu sortieren. Am Ende ist da wieder ein Tisch Am Ende ist da wieder ein Tisch. Kein offizieller Programmpunkt, eher das, was übrig bleibt – und genau deshalb trägt. Wir sitzen bei Falk in der Küche,
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